Kurz berichtet

MOST startet durch

Neues ICSE Projekt bringt Umweltprojekte in die Region

Sabine Mickler

Das von der EU geförderte Projekt MOST (Meaningful Open Schooling Connects Schools to Communities) unterstützt Schulen dabei, gemeinsam mit außerschulischen Akteur*innen vor Ort umweltbezogene Projekte durchzuführen. Unter dem Stichwort „Open Schooling“ geht es darum, in Zusammenarbeit mit Eltern, ortsansässigen Unternehmen, Mitarbeiter*innen der örtlichen Verwaltung oder außerschulischen Wissensvermittlern eine ökologische Fragestellung wissenschaftlich zu bearbeiten und regional umsetzbare Lösungsansätze zu entwickeln. Wie kann das aussehen?

Foto: Edvin Johansson auf Unsplash

Ein Beispiel: Eine 8te Klasse schließt sich im Rahmen des Mathematikunterrichts mit einem Verkäufer des örtlichen Bio-Ladens, einer Mitarbeiterin der regionalen Abfallwirtschaft, einer Umweltberaterin und einem freiberuflichen Journalisten zusammen. Ihr Thema ist die Frage, wie Müll aus Privat-Haushalten in ihrer Stadt reduziert werden kann. Nach einem gemeinsamen Brainstorming übernehmen kleine Gruppen unterschiedliche Aufgaben: Eine Gruppe analysiert beispielsweise die Bedürfnisse der Bewohner*innen und interviewt Passant*innen zu ihrem Einkaufsverhalten. Andere sammeln über einen Zeitraum den Haus-Müll und vergleichen ihn mit der Menge an Müll, die durch ein bewussteres Einkaufen entsteht. Hierzu gibt der Verkäufer wertvolle Hinweise. Das Ergebnis wird auf den Müllverbrauch der ganzen Stadt hochgerechnet. Abschließend erarbeiten die Teilnehmer*innen eine Liste mit Hinweisen, wie in ihrer Stadt Müll reduziert werden kann und welche Auswirkungen das hat. Für eine Ausstellung in der Schule und im örtlichen Einkaufszentrum werden die Ergebnisse ansprechend aufbereitet, auch die örtliche Presse berichtet.

Indem sich alle Teilnehmenden mit ihren Kenntnissen und Fähigkeiten in das Projekt einbringen, lernen sie nicht nur von- und übereinander, sondern erweitern ihre (natur-)wissenschaftlichen Kenntnisse und transversalen Kompetenzen (Teamarbeit, strategisches und innovatives Denken, Zeitmanagement etc.). Ziel ist, bei allen Teilnehmer*innen Interesse an den Naturwissenschaften und wissenschaftlichem Arbeiten zu wecken, was auf lange Sicht dazu führen wird, dass zukünftig mehr Schüler*innen in Europa eine naturwissenschaftliche Laufbahn einschlagen – ein Ziel, das angesichts der fortschreitenden technischen Entwicklungen und globalen ökologischen Herausforderungen für die EU von großer Bedeutung ist.

Foto: Jasmin Sessler auf Unsplash

Foto: Polina Zimmermann auf Pexels

Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich 23 Partner*innen aus zehn europäischen Ländern im MOST Konsortium zusammengeschlossen. Sie unterstützen Schulen vor Ort, „Open Schooling“ Projekte zu den Themen Abfallwirtschaft und Energieverbrauch zu initiieren, helfen bei der Suche nach geeigneten Partner*innen vor Ort und begleiten die Durchführung der Projekte mit pädagogischen und wissenschaftlichen Materialien.

Dabei arbeitet das Projekt auf drei Ebenen: In allen zehn Ländern werden auf regionaler Ebene offene Schulprojekte initiiert, die auf nationaler Ebene untereinander vernetzt werden. Dazu dienen MOST-Messen, die den Austausch von Erfahrungen und Beispielen erfolgreicher „Open Schooling“ Projekte ermöglichen. Auf europäischer Ebene wird ein „Open-Schooling“-Netzwerk entstehen, das die Idee in die Breite trägt und in Zukunft europaweit von Schulen und Akteur*innen genutzt werden kann. Darüber hinaus wird eine europäische MOST Konferenz verschiedenste Akteur*innen zu einem lebendigen Netzwerk für innovatives Lernen in den Naturwissenschaften verbinden.

Kern des Projekts ist die Einbeziehung verschiedenster Akteur*innen: Wissenschaft und Forschung, schulische und außerschulische Bildungsträger*innen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – vor Ort durch die Zusammenarbeit im Rahmen der „Open Schooling“ Projekte wie auch in der Zusammensetzung des Projekt-Konsortiums, in dem alle genannten Institutionen vertreten sind. Die Kooperation verschiedenster Akteur*innen ist die Voraussetzung für die Erarbeitung von Lösungsansätzen, die die Bedürfnisse aller Betroffenen einbezieht. Zugleich ist dies ein Motor für Innovation, der alle Teilnehmer*innen motivieren wird, sich langfristig zu engagieren.